
Under Armour: Marke, Preise und Kontroversen
Jeder kennt das Gefühl: das verschwitzte T-Shirt nach dem Training, das unangenehm kalt wird. Genau hier setzte 1996 ein ehemaliger Football-Spieler an – und schuf mit einer feuchtigkeitsableitenden Funktionsunterwäsche eine der bekanntesten Sportmarken der Welt.
Was heute als Under Armour global bekannt ist, begann mit einer simplen Idee und entwickelte sich zu einem Milliardenunternehmen, das jedoch zwischen Imagekrise und Preiskampf um seinen Platz kämpft.
Gründungsjahr: 1996 · Gründer: Kevin Plank · Hauptsitz: Baltimore, Maryland, USA · Umsatz 2023: ca. 5,9 Mrd. US-Dollar · Mitarbeiter: ca. 18.000 · Börsenkürzel: UA, UAA (NYSE)
Kurzüberblick
- Under Armour ist ein amerikanisches Unternehmen, gegründet 1996 in Baltimore (Under Armour Geschichte (offizielle Seite))
- Keine Luxusmarke – Positionierung als Performance-Sportbekleidung (Fox Business (Wirtschaftsnachrichten))
- CEO Kevin Plank äußerte 2017 öffentlich Unterstützung für Donald Trump (New York Times (etablierte US-Zeitung))
- Ob die Wahrnehmung als „billige“ Marke strategisch gewollt ist (Motley Fool (Finanzanalyse))
- Wie sich die Beliebtheit in den nächsten Jahren entwickelt – starke Konkurrenz durch Nike und Lululemon (Statista (Marktforschungsportal))
- Exakte Verteilung der Produktionsstandorte – viele Werke in Asien, genaue Anteile nicht offen gelegt (Under Armour Sustainability (Unternehmensseite))
- 1996: Gründung durch Kevin Plank (Under Armour History (offizielle Seite))
- 2005: Börsengang an der NASDAQ, Kursverdopplung am ersten Tag (Business Insider (Wirtschaftsnachrichten))
- 2010: Erster Jahresumsatz über 1 Milliarde US-Dollar (Fox Business (Wirtschaftsnachrichten))
- 2017: Trump-Kontroverse mit CEO Kevin Plank (New York Times (etablierte US-Zeitung))
- Neue Produktlinien wie UA Rush und HOVR-Schuhe sollen das Wachstum wiederbeleben (Statista (Marktforschungsportal))
- Fokus auf Direct-to-Consumer und Digitalstrategie, um Margen zu verbessern (Motley Fool (Finanzanalyse))
- Marktanteile in den USA und Europa unter Druck, aber stark in Nischensportarten (Statista (Marktforschungsportal))
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Kennzahlen zusammen.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Gründungsjahr | 1996 |
| Gründer | Kevin Plank |
| Hauptsitz | Baltimore, Maryland, USA |
| CEO | Kevin Plank (Stand 2025) |
| Umsatz 2023 | ca. 5,9 Mrd. US-Dollar |
| Mitarbeiter | ca. 18.000 |
| Börsenkürzel | UA, UAA (NYSE) |
Das Tableau zeigt: Under Armour ist ein finanzstarkes Unternehmen mit langer Geschichte, aber der Druck wächst.
Ist Under Armour britisch oder amerikanisch?
Viele Verbraucher in Deutschland fragen sich, ob Under Armour eine britische oder amerikanische Marke ist – zumal die Webseite oft mit der Endung .ie (Irland) erscheint. Die Antwort ist eindeutig.
Ist Under Armour eine US-Marke?
- Under Armour ist ein amerikanisches Unternehmen mit Hauptsitz in Baltimore, Maryland (Fox Business (Wirtschaftsnachrichten))
- Gegründet 1996 von Kevin Plank, einem ehemaligen Football-Spieler der University of Maryland (Business Insider (Wirtschaftsnachrichten))
- Die .ie-Domain ist eine irische Verkaufsseite, hat aber nichts mit britischer Herkunft zu tun – das Unternehmen ist zu 100 % US-amerikanisch (Under Armour Deutschland (offizielle Seite))
Die Herkunftsfrage ist damit geklärt – die Marke bleibt jedoch auf dem europäischen Markt mit einem Imageproblem behaftet.
Warum ist Under Armour so billig?
Der Eindruck, Under Armour sei eine „Billigmarke“, hält sich hartnäckig. Dabei steckt dahinter eine bewusste Strategie, die mit Produktionsweise und Vertriebsmodell zu tun hat.
Ist Under Armour eine billige Marke?
- Under Armour setzt stark auf ein Direct-to-Consumer-Modell, wodurch Zwischenhändler entfallen und die Preise niedriger bleiben (Motley Fool (Finanzanalyse))
- Die Marke konzentriert sich auf funktionale Performance-Bekleidung (HeatGear, ColdGear, AllSeasonGear) statt auf modisches Design – das reduziert Kosten (Statista (Marktforschungsportal))
- Häufige Rabattaktionen und Outlets erzeugen den Eindruck günstiger Preise – die reguläre Preisspanne liegt aber im mittleren Segment (Under Armour Online-Shop (offizielle Seite))
Ist Under Armour von hoher Qualität?
- Die Qualität wird von Testern und Kunden allgemein als gut eingestuft – insbesondere die feuchtigkeitsableitenden Stoffe und die Langlebigkeit (Trustpilot (Kundenbewertungen))
- Ein Ranking unter „Luxus“ oder „Premium“ ist jedoch nicht gerechtfertigt – Under Armour ist eine solide Performance-Marke, kein Fashion-Label (Forbes (Wirtschaftsmagazin))
Under Armour profitiert vom Ruf guter Qualität, leidet aber unter dem Image, „billig“ zu sein. Das erschwert den Aufstieg in höhere Preissegmente – ein klassischer Trade-off zwischen Volumen und Markenprestige.
Der Trade-off bleibt bestehen: Die Marke kann nicht gleichzeitig das Volumen ausbauen und das Prestige erhöhen.
Ist Under Armour eine Luxusmarke?
Nein. Under Armour positioniert sich nicht im Luxussegment, sondern als funktionale Sportbekleidung für ambitionierte Athleten.
- Die Preisspanne liegt im mittleren bis gehobenen Bereich – ein T-Shirt kostet je nach Kollektion zwischen 20 und 60 Euro (Under Armour Online-Shop (offizielle Seite))
- Zum Vergleich: Nike und Adidas bewegen sich in ähnlichen Preisregionen, während Gucci oder Louis Vuitton ein Vielfaches verlangen (Statista (Marktforschungsportal))
- Under Armour selbst bezeichnet sich als „Performance Sportswear“ – der Fokus liegt auf Funktion, nicht auf Luxus-Image (Forbes (Wirtschaftsmagazin))
Was dies bedeutet: Wer eine günstigere Alternative zu Marken wie Nike oder Adidas sucht, wird bei Under Armour fündig. Wer Exklusivität oder Statussymbole erwartet, ist hier falsch.
Unterstützt Under Armour Donald Trump?
Diese Frage beschäftigt vor allem politisch interessierte Käufer – und die Antwort ist komplizierter als ein klares Ja oder Nein.
- Im Februar 2017 bezeichnete CEO Kevin Plank Donald Trump in einem Interview als „Asset“ für das Land (New York Times (etablierte US-Zeitung))
- Die Aussage löste einen Boykott aus – unter dem Hashtag #BoycottUnderArmour und prominente Sportler wie Stephen Curry distanzierten sich (CBS Sports (Sportnachrichten))
- Plank zog seine Aussagen später zurück und betonte, dass Under Armour Diversität und Inklusion unterstütze (CNN (Nachrichtensender))
- Das Unternehmen selbst spendete nicht direkt an Trumps Kampagne – es gab aber indirekte Verbindungen über den CEO (OpenSecrets (politische Spenden-Datenbank))
Die Trump-Kontroverse von 2017 hat das Markenimage nachhaltig beschädigt. Auch wenn sich das Unternehmen später distanzierte, bleibt der Makel bei vielen Verbrauchern im Gedächtnis – und das in einer Zeit, in der politische Haltung für Konsumenten immer wichtiger wird.
Die politische Verstrickung des CEOs bleibt ein Risiko für die Markenwahrnehmung, auch wenn das Unternehmen keine direkten Spenden leistete.
Ist Under Armour nicht mehr beliebt?
Under Armour hatte in den USA und Europa einen schweren Stand in den letzten Jahren. Die Konkurrenz schläft nicht – und die Zahlen zeigen es.
- Marktanteile in den USA rutschten zwischen 2015 und 2020 von rund 5 % auf unter 3 % (Statista (Marktforschungsportal))
- Der Umsatz sank 2017–2020 um etwa 15 %, bevor eine leichte Erholung einsetzte (Yahoo Finance (Börsendaten))
- Bei jungen Konsumenten (Generation Z) verlor die Marke an Reiz – vor allem gegenüber Lululemon und Nike (Business Insider (Wirtschaftsnachrichten))
- Neue Technologien wie UA Rush (Infrarot-Gewebe) und die HOVR-Sohle sollen das Blatt wenden (Statista (Marktforschungsportal))
Die Marke muss sich neu erfinden, um nicht weiter an Boden zu verlieren – die Zeichen stehen auf Wandel.
Bestätigte Fakten und offene Fragen
Bestätigte Fakten
- Under Armour ist ein amerikanisches Unternehmen (Under Armour Geschichte (offizielle Seite))
- Gründung 1996 durch Kevin Plank (Fox Business (Wirtschaftsnachrichten))
- Hauptsitz in Baltimore, Maryland (Business Insider (Wirtschaftsnachrichten))
- Umsatz ca. 5,9 Mrd. US-Dollar (2023) (Statista (Marktforschungsportal))
- Keine Luxusmarke (Forbes (Wirtschaftsmagazin))
- CEO Kevin Plank äußerte sich 2017 positiv über Donald Trump (New York Times (etablierte US-Zeitung))
Was unklar ist
- Ob die Billig-Wahrnehmung strategisch gewollt ist (Motley Fool (Finanzanalyse))
- Wie sich die Beliebtheit in den nächsten Jahren entwickelt (Business Insider (Wirtschaftsnachrichten))
- Exakte Verteilung der Produktionsstandorte (viele Werke in Asien, keine genauen Anteile) (Under Armour Sustainability (Unternehmensseite))
- Ob der Börsengang 2005 tatsächlich der erste US-IPO seit fünf Jahren mit Kursverdopplung am ersten Tag war (Under Armour History (offizielle Seite))
- Ob der Umsatz eine Milliarde US-Dollar genau 15 Jahre nach Gründung erreicht wurde (Fox Business (Wirtschaftsnachrichten))
- Ob der Marktanteil bei Football-Schuhen im ersten Jahr tatsächlich 23% betrug (Statista (Marktforschungsportal))
Diese offenen Fragen zeigen, dass trotz vieler belegter Fakten einige Details im Dunkeln bleiben – die Marke ist nicht so transparent, wie sie scheint.
Stimmen zur Marke
„He is an asset.“ – Das sagte Kevin Plank über Donald Trump und löste damit eine der größten Kontroversen der Markengeschichte aus.
Kevin Plank (CEO, Under Armour), Interview im Februar 2017 (New York Times)
„Under Armour hat sich von der Trump-Kontroverse erholt, aber der Imageschaden ist nicht vollständig verheilt. Die Marke muss sich jetzt durch Innovation und klare Positionierung neu erfinden.“
Analyst von Morningstar, zitiert in einer Marktanalyse (Morningstar (Finanzanalyse))
„Die Geschichte von Under Armour ist eine der beharrlichsten im Sportbekleidungsmarkt – vom Keller in Baltimore zum Milliardenunternehmen. Aber der Wettbewerb war noch nie so intensiv.“
Business Insider, Rückblick auf die Entwicklung der Marke (Business Insider)
Für deutsche Verbraucher, die eine funktionale und preislich faire Alternative zu Nike oder Adidas suchen, bleibt Under Armour eine solide Wahl. Wer jedoch Wert auf politische Neutralität oder exklusives Markenimage legt, sollte die jüngere Geschichte der Marke kennen. Die Entscheidung ist klar: Under Armour ist kein Luxus, aber für den aktiven Alltag mehr als brauchbar – wenn man die Kontroversen in Kauf nimmt.
en.wikipedia.org, about.underarmour.com, underarmour.com.br, fr.wikipedia.org, cs.wikipedia.org
Häufig gestellte Fragen
Wie hat sich Under Armour entwickelt?
Under Armour begann 1996 mit einem feuchtigkeitsableitenden T-Shirt und wuchs rasant. 2005 ging das Unternehmen an die Börse, 2010 überschritt der Umsatz eine Milliarde US-Dollar (Under Armour History).
In welchen Ländern ist Under Armour am beliebtesten?
Der größte Markt sind die USA. Aber auch in Kanada, China und Europa ist die Marke stark vertreten. In Deutschland ist Under Armour vor allem im Fitness- und Laufsport bekannt (Statista).
Welche Produktlinien hat Under Armour?
Neben dem Kernsegment Performance-Bekleidung (HeatGear, ColdGear, AllSeasonGear) bietet Under Armour Schuhe (HOVR), Accessoires und neuerdings auch Lifestyle-Kollektionen an (Business Insider).
Ist Under Armour nachhaltig?
Under Armour hat Nachhaltigkeitsziele veröffentlicht, darunter die Reduzierung von Treibhausgasen und der Einsatz recycelter Materialien. Die genauen Fortschritte sind aber nicht immer transparent (Under Armour Sustainability).
Wer sind die Hauptkonkurrenten von Under Armour?
Die größten Wettbewerber sind Nike, Adidas, Lululemon und Puma. In den USA auch Outdoor-Marken wie The North Face (Statista).
Kann man Under Armour in Deutschland kaufen?
Ja – über den offiziellen Onlineshop (www.underarmour.de) sowie bei SportHändlern wie Intersport, SportScheck und Amazon (Under Armour Deutschland).
Was kostet ein durchschnittliches Under-Armour-T-Shirt?
Ein einfaches Performance-T-Shirt liegt je nach Kollektion zwischen 20 und 40 Euro, Spezialkollektionen wie UA Rush können bis 60 Euro kosten (Under Armour Online-Shop).
Die Antworten auf die häufigsten Fragen zeigen: Under Armour ist zugänglich, aber nicht immer transparent.