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Under Armour: Marke, Preise und Kontroversen

Marvin Simon Wagner Bauer • 2026-07-25 • Gepruft von Elias Hoffmann

Jeder kennt das Gefühl: das verschwitzte T-Shirt nach dem Training, das unangenehm kalt wird. Genau hier setzte 1996 ein ehemaliger Football-Spieler an – und schuf mit einer feuchtigkeitsableitenden Funktionsunterwäsche eine der bekanntesten Sportmarken der Welt.

Was heute als Under Armour global bekannt ist, begann mit einer simplen Idee und entwickelte sich zu einem Milliardenunternehmen, das jedoch zwischen Imagekrise und Preiskampf um seinen Platz kämpft.

Gründungsjahr: 1996 · Gründer: Kevin Plank · Hauptsitz: Baltimore, Maryland, USA · Umsatz 2023: ca. 5,9 Mrd. US-Dollar · Mitarbeiter: ca. 18.000 · Börsenkürzel: UA, UAA (NYSE)

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Kennzahlen zusammen.

Kurzüberblick: Wichtige Fakten zu Under Armour
Merkmal Wert
Gründungsjahr 1996
Gründer Kevin Plank
Hauptsitz Baltimore, Maryland, USA
CEO Kevin Plank (Stand 2025)
Umsatz 2023 ca. 5,9 Mrd. US-Dollar
Mitarbeiter ca. 18.000
Börsenkürzel UA, UAA (NYSE)

Das Tableau zeigt: Under Armour ist ein finanzstarkes Unternehmen mit langer Geschichte, aber der Druck wächst.

Ist Under Armour britisch oder amerikanisch?

Viele Verbraucher in Deutschland fragen sich, ob Under Armour eine britische oder amerikanische Marke ist – zumal die Webseite oft mit der Endung .ie (Irland) erscheint. Die Antwort ist eindeutig.

Ist Under Armour eine US-Marke?

Fazit: Under Armour ist so amerikanisch wie Football und Baltimore. Die Verwechslung mit einer britischen Marke entsteht allein durch die irische Domain für den europäischen Online-Shop – das Unternehmen selbst hat nie einen Fuß auf die britische Insel als Hauptsitz gesetzt.

Die Herkunftsfrage ist damit geklärt – die Marke bleibt jedoch auf dem europäischen Markt mit einem Imageproblem behaftet.

Warum ist Under Armour so billig?

Der Eindruck, Under Armour sei eine „Billigmarke“, hält sich hartnäckig. Dabei steckt dahinter eine bewusste Strategie, die mit Produktionsweise und Vertriebsmodell zu tun hat.

Ist Under Armour eine billige Marke?

  • Under Armour setzt stark auf ein Direct-to-Consumer-Modell, wodurch Zwischenhändler entfallen und die Preise niedriger bleiben (Motley Fool (Finanzanalyse))
  • Die Marke konzentriert sich auf funktionale Performance-Bekleidung (HeatGear, ColdGear, AllSeasonGear) statt auf modisches Design – das reduziert Kosten (Statista (Marktforschungsportal))
  • Häufige Rabattaktionen und Outlets erzeugen den Eindruck günstiger Preise – die reguläre Preisspanne liegt aber im mittleren Segment (Under Armour Online-Shop (offizielle Seite))

Ist Under Armour von hoher Qualität?

  • Die Qualität wird von Testern und Kunden allgemein als gut eingestuft – insbesondere die feuchtigkeitsableitenden Stoffe und die Langlebigkeit (Trustpilot (Kundenbewertungen))
  • Ein Ranking unter „Luxus“ oder „Premium“ ist jedoch nicht gerechtfertigt – Under Armour ist eine solide Performance-Marke, kein Fashion-Label (Forbes (Wirtschaftsmagazin))
Das Paradox

Under Armour profitiert vom Ruf guter Qualität, leidet aber unter dem Image, „billig“ zu sein. Das erschwert den Aufstieg in höhere Preissegmente – ein klassischer Trade-off zwischen Volumen und Markenprestige.

Der Trade-off bleibt bestehen: Die Marke kann nicht gleichzeitig das Volumen ausbauen und das Prestige erhöhen.

Ist Under Armour eine Luxusmarke?

Nein. Under Armour positioniert sich nicht im Luxussegment, sondern als funktionale Sportbekleidung für ambitionierte Athleten.

  • Die Preisspanne liegt im mittleren bis gehobenen Bereich – ein T-Shirt kostet je nach Kollektion zwischen 20 und 60 Euro (Under Armour Online-Shop (offizielle Seite))
  • Zum Vergleich: Nike und Adidas bewegen sich in ähnlichen Preisregionen, während Gucci oder Louis Vuitton ein Vielfaches verlangen (Statista (Marktforschungsportal))
  • Under Armour selbst bezeichnet sich als „Performance Sportswear“ – der Fokus liegt auf Funktion, nicht auf Luxus-Image (Forbes (Wirtschaftsmagazin))

Was dies bedeutet: Wer eine günstigere Alternative zu Marken wie Nike oder Adidas sucht, wird bei Under Armour fündig. Wer Exklusivität oder Statussymbole erwartet, ist hier falsch.

Unterstützt Under Armour Donald Trump?

Diese Frage beschäftigt vor allem politisch interessierte Käufer – und die Antwort ist komplizierter als ein klares Ja oder Nein.

Was zu beachten ist

Die Trump-Kontroverse von 2017 hat das Markenimage nachhaltig beschädigt. Auch wenn sich das Unternehmen später distanzierte, bleibt der Makel bei vielen Verbrauchern im Gedächtnis – und das in einer Zeit, in der politische Haltung für Konsumenten immer wichtiger wird.

Die politische Verstrickung des CEOs bleibt ein Risiko für die Markenwahrnehmung, auch wenn das Unternehmen keine direkten Spenden leistete.

Ist Under Armour nicht mehr beliebt?

Under Armour hatte in den USA und Europa einen schweren Stand in den letzten Jahren. Die Konkurrenz schläft nicht – und die Zahlen zeigen es.

  • Marktanteile in den USA rutschten zwischen 2015 und 2020 von rund 5 % auf unter 3 % (Statista (Marktforschungsportal))
  • Der Umsatz sank 2017–2020 um etwa 15 %, bevor eine leichte Erholung einsetzte (Yahoo Finance (Börsendaten))
  • Bei jungen Konsumenten (Generation Z) verlor die Marke an Reiz – vor allem gegenüber Lululemon und Nike (Business Insider (Wirtschaftsnachrichten))
  • Neue Technologien wie UA Rush (Infrarot-Gewebe) und die HOVR-Sohle sollen das Blatt wenden (Statista (Marktforschungsportal))
Fazit: Under Armour ist nicht mehr der unangefochtene Underdog der 2000er. Die Marke verliert in den Kernmärkten an Boden, hat aber mit neuen Produktlinien und einer verstärkten Digitalstrategie die Chance, in Nischen wie Laufsport und Fitness neu zu starten. Für preisbewusste Athleten bleibt sie eine ernstzunehmende Alternative – für Modebewusste eher nicht.

Die Marke muss sich neu erfinden, um nicht weiter an Boden zu verlieren – die Zeichen stehen auf Wandel.

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • Under Armour ist ein amerikanisches Unternehmen (Under Armour Geschichte (offizielle Seite))
  • Gründung 1996 durch Kevin Plank (Fox Business (Wirtschaftsnachrichten))
  • Hauptsitz in Baltimore, Maryland (Business Insider (Wirtschaftsnachrichten))
  • Umsatz ca. 5,9 Mrd. US-Dollar (2023) (Statista (Marktforschungsportal))
  • Keine Luxusmarke (Forbes (Wirtschaftsmagazin))
  • CEO Kevin Plank äußerte sich 2017 positiv über Donald Trump (New York Times (etablierte US-Zeitung))

Was unklar ist

  • Ob die Billig-Wahrnehmung strategisch gewollt ist (Motley Fool (Finanzanalyse))
  • Wie sich die Beliebtheit in den nächsten Jahren entwickelt (Business Insider (Wirtschaftsnachrichten))
  • Exakte Verteilung der Produktionsstandorte (viele Werke in Asien, keine genauen Anteile) (Under Armour Sustainability (Unternehmensseite))
  • Ob der Börsengang 2005 tatsächlich der erste US-IPO seit fünf Jahren mit Kursverdopplung am ersten Tag war (Under Armour History (offizielle Seite))
  • Ob der Umsatz eine Milliarde US-Dollar genau 15 Jahre nach Gründung erreicht wurde (Fox Business (Wirtschaftsnachrichten))
  • Ob der Marktanteil bei Football-Schuhen im ersten Jahr tatsächlich 23% betrug (Statista (Marktforschungsportal))

Diese offenen Fragen zeigen, dass trotz vieler belegter Fakten einige Details im Dunkeln bleiben – die Marke ist nicht so transparent, wie sie scheint.

Stimmen zur Marke

„He is an asset.“ – Das sagte Kevin Plank über Donald Trump und löste damit eine der größten Kontroversen der Markengeschichte aus.

Kevin Plank (CEO, Under Armour), Interview im Februar 2017 (New York Times)

„Under Armour hat sich von der Trump-Kontroverse erholt, aber der Imageschaden ist nicht vollständig verheilt. Die Marke muss sich jetzt durch Innovation und klare Positionierung neu erfinden.“

Analyst von Morningstar, zitiert in einer Marktanalyse (Morningstar (Finanzanalyse))

„Die Geschichte von Under Armour ist eine der beharrlichsten im Sportbekleidungsmarkt – vom Keller in Baltimore zum Milliardenunternehmen. Aber der Wettbewerb war noch nie so intensiv.“

Business Insider, Rückblick auf die Entwicklung der Marke (Business Insider)

Für deutsche Verbraucher, die eine funktionale und preislich faire Alternative zu Nike oder Adidas suchen, bleibt Under Armour eine solide Wahl. Wer jedoch Wert auf politische Neutralität oder exklusives Markenimage legt, sollte die jüngere Geschichte der Marke kennen. Die Entscheidung ist klar: Under Armour ist kein Luxus, aber für den aktiven Alltag mehr als brauchbar – wenn man die Kontroversen in Kauf nimmt.

Häufig gestellte Fragen

Wie hat sich Under Armour entwickelt?

Under Armour begann 1996 mit einem feuchtigkeitsableitenden T-Shirt und wuchs rasant. 2005 ging das Unternehmen an die Börse, 2010 überschritt der Umsatz eine Milliarde US-Dollar (Under Armour History).

In welchen Ländern ist Under Armour am beliebtesten?

Der größte Markt sind die USA. Aber auch in Kanada, China und Europa ist die Marke stark vertreten. In Deutschland ist Under Armour vor allem im Fitness- und Laufsport bekannt (Statista).

Welche Produktlinien hat Under Armour?

Neben dem Kernsegment Performance-Bekleidung (HeatGear, ColdGear, AllSeasonGear) bietet Under Armour Schuhe (HOVR), Accessoires und neuerdings auch Lifestyle-Kollektionen an (Business Insider).

Ist Under Armour nachhaltig?

Under Armour hat Nachhaltigkeitsziele veröffentlicht, darunter die Reduzierung von Treibhausgasen und der Einsatz recycelter Materialien. Die genauen Fortschritte sind aber nicht immer transparent (Under Armour Sustainability).

Wer sind die Hauptkonkurrenten von Under Armour?

Die größten Wettbewerber sind Nike, Adidas, Lululemon und Puma. In den USA auch Outdoor-Marken wie The North Face (Statista).

Kann man Under Armour in Deutschland kaufen?

Ja – über den offiziellen Onlineshop (www.underarmour.de) sowie bei SportHändlern wie Intersport, SportScheck und Amazon (Under Armour Deutschland).

Was kostet ein durchschnittliches Under-Armour-T-Shirt?

Ein einfaches Performance-T-Shirt liegt je nach Kollektion zwischen 20 und 40 Euro, Spezialkollektionen wie UA Rush können bis 60 Euro kosten (Under Armour Online-Shop).

Die Antworten auf die häufigsten Fragen zeigen: Under Armour ist zugänglich, aber nicht immer transparent.



Marvin Simon Wagner Bauer

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